Aktuelles

Rock Hudson war einer der letzten großen Stars des alten Studiosystems in Hollywood, die Kinogänger kannten ihn als virilen Filmliebhaber von Doris Day oder Jane Wyman. Seine Homosexualität wurde in jenen Tagen sorgsam verborgen, einen schwulen Star wollte man dem Publikum nicht zumuten. Offenbar wurde dies erst, als Hudson i1985  als erster Prominenter seine Aids-Erkrankung bekannt gab – und in einer Zeit, als die Krankheit noch von viel Hysterie und Unwissen begleitet wurde,  für Aufmerksamkeit und ein wenig mehr Aufklärung sorgte. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Sammler Björn Klimek blickt das Schwule Museum*  in einer Ausstellung auf die Karriere des Stars, der damals zum Gesicht von Aids wurde. und zeigt anhand der Medienreaktionen, wie sich  die öffentliche Wahrnehmung der Epidemie änderte.

Parallel zu dieser Rock-Hudson-Schau erinnert das Schwule Museum*  auch an die Berliner Polittunte und Aidsaktivistin Ovo Maltine. Kernstück ist ein „Hausaltar“ für 2005 an den Folgen von Aids verstorbenen Kabarettistin, Schauspielerin (u. a. in Rosa von Praunheims „Neurosia“ und „Tunten lügen nicht“) und Direktkandidatin bei der Bundestagswahl 1998.

Bis 27.3.2017, Schwules Museum*, Lützowstraße 73, 10785 Berlin, www.schwulesmuseum.de

Die Ausstellung "Aids - Nach einer wahren Begebenheit" im Deutschen Hygiene-Museum ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der bekannten Szenarien des Aktivismus und der Krankheitsgeschichte. Ihr voran ging ein anderthalbjähriges Forschungsprojekt mit dem Titel "Aids als globales Medienereignis", welches vom Kurator der Ausstellung geleitet wurde.

Mit rund 10.000 Aids-Plakaten aus über 147 Ländern ist es erstmals möglich die Entwicklung der Krankheit hin zum medialen Ereignis auf internationaler Ebene zu betrachten. Aufgrund dieses besonderen Blickwinkels lassen sich die konkreten, politischen, wirtschaftlichen, ästhetischen und sozialen Entstehungsbedingungen der Aufklärungsplakate nachvollziehen.  

Die Ausstellung läuft vom 5. September 2015 bis 21. Februar 2016 im Deutschen Hygiene Museum in Dresden. Weitere Informationen auf der Website des Museums. 

_Mit dem bislang europaweit einmaligen Modellprojekt Aids-Archiv hat sich die Forschungsstelle Archiv für Sexualwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin den Aufbau einer Sammlung zur Kulturgeschichte von HIV/Aids zum Ziel gesetzt. Zu diesem Zweck soll eine Auswahl von Vor- und Nachlässen in den Spezialbestand „Haeberle-Hirschfeld-Archiv für Sexualwissenschaft“ eingebracht werden, in dem bereits Materialien zur Aids-Politik vorliegen. Das „Haeberle-Hirschfeld-Archiv“ gehört zu den Beständen der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin und wird in der Abteilung „Historische Sammlungen“ betreut.

Ziel ist der Aufbau eines exemplarischen Sammlungsbestandes für die künftige Forschung. In Anbetracht großer Lücken zu diesem Thema in den Archiven, Bibliotheken und Sammlungen stellt die Sicherung von Beständen zur kulturpolitischen Geschichte von HIV/Aids und deren Erforschung eine zentrale Aufgabe dar. Bei der Aids-Sammlung geht es um die Sicherung jener Spuren, die das Leben mit HIV und Aids nicht nur bei homosexuellen Männern in den vergangenen Jahrzehnten hinterlassen hat. Zu diesem Zweck ist es wichtig, die entstandenen neuen Formen der Selbstorganisation, des Empowerment und der politischen Intervention in ihrer Vielfalt zu dokumentieren. Im Mittelpunkt stehen private und institutionelle Materialien, anhand derer sich die persönlichen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen mit HIV/Aids exemplarisch darstellen lassen.

Die Forschungsstelle arbeitet zur Umsetzung dieses Vorhabens mit den Mitarbeiter/innen des Arbeitskreises Aids-Geschichte ins Museum, Corinna Gekeler und Axel Schock, zusammen. Das Projekt wird von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld finanziell gefördert.

Weiterführende Links:
- Internetseite der Forschungsstelle Archiv für Sexualwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin 
- Internetseite des Haeberle-Hirschfeld-Archivs für Sexualwissenschaft

Interessenten, die Material für das Aids-Archiv anbieten möchten, wenden sich bitte an: info@aidsarchive.net